Nachhaftung

Als Nachhaftung wird das Haftungsverhältnis zwischen Schadenverursacher und Geschädigten bezeichnet, wenn der Schädiger, bspw. die betriebliche Tätigkeit bereits aufgegeben hat und erst danach der Schaden bzw. die daraus resultierenden Folgen bekannt werden.
Dieses Haftungsverhältnis besteht unabhängig von einer etwaigen Versicherungsdeckung.

Die Nachhaftung eines Versicherers bedeutet, dass dieser auch nach Beendigung eines Versicherungsvertrages für einen, meist begrenzten, Zeitraum Deckung gewährt.

Dieser Zeitraum ist in den für den jeweiligen Vertrag gültigen Bedingungen definiert. Vor allem bei Rechtschutz– und Vermögensschadenhaftpflicht-Versicherungen ist eine lange Nachhaftung von großer Bedeutung, da Schäden, die zwar während der aktiven Vertragslaufzeit eingetreten sind, sich erst nach Beendigung des Versicherungsvertrages manifestieren können. Bei bestimmten Berufsgruppen ist eine unbegrenzte Nachhaftung sogar gesetzlich vorgeschrieben. U.a. gilt dies für Rechtanwälte und Notare.

Wichtig für einen Deckungsanspruch des Versicherungsnehmers in der Nachfrist ist die unverzügliche Meldung des Versicherungsfalles.

Gut zu wissen!

Gemäß §33 VersVG ist ein Schadenfall unverzüglich dem Versicherer anzuzeigen.
Dieser Paragraph beschreibt aber keinen definierten Zeitraum und daher hast Du gute Chancen auch nach Ablauf einer Nachhaftungszeit Deckung aus Deinem bereits stornierten Vertrag zu erhalten, sofern Du unverzüglich nach Kenntniserlangung dem jeweiligen Versicherer den Schaden meldest.

Video-Erklärung