Gefahrenerhöhung

Als Gefahrenerhöhung bezeichnet man nachträgliche Änderungen der bei Vertragsabschluss angegebenen Umstände, die den Eintritt eines Schadens oder eine Vergrößerung des Schadens wahrscheinlicher machen.

Es besteht gemäß Versicherungsvertragsgesetz (§23 VersVG) für den Versicherungsnehmer die Pflicht den Versicherer unverzüglich darüber zu informieren, wenn es Umstände gibt, die von Dauer sind und die Wahrscheinlichkeit eines Schadens erhöhen.

Bei einer durch den Versicherungsnehmer vorgenommenen Gefahrenerhöhung kann der Versicherer im Schadensfall leistungsfrei sein und den Vertrag binnen einem Monat fristlos kündigen. Dies gilt, wenn die Gefahrenerhöhung wesentlich und von Dauer ist.
Entscheidend für die Frage ob eine versicherungstechnisch relevante Erhöhung der Gefahr vorliegt ist, ob sich wegen der neuen Umstände eine Grundlage schafft, die ein höheres Gefahrenpotential in sich birgt und den Eintritt eines Versicherungsfalles fördern kann.

Beispiele für Gefahrenerhöhungen im Sinne des §23 VersVG:

  • Verwahrung des KFZ-Typenscheins bzw. des COC-Papiers im Fahrzeug
  • Fahren mit stark abgefahrenen Reifen
  • Erhöhung der Fahrzeugleistung durch Chiptuning
  • Eröffnung eines Restaurants im versicherten Gebäude
  • Langfristige Sanierung einer Gebäudefassade inkl. Errichtung eines Baugerüstes

Gut zu wissen!

Die Beweislast, dass ein Schaden aufgrund einer Gefahrenerhöhung im Sinne des §23 VersVG vorliegt, muss Dein Versicherer erbringen.

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