Captive

Unter dem Begriff Captive, auch „Captive Insurance“ genannt, versteht man ein firmeneigenes Versicherungsunternehmen, welches die Risiken des jeweiligen Mutterunternehmens, in der Regel große Konzerne, abdeckt.

Man spricht in solchen Fällen von einer Selbst- oder Eigenversicherung.

Je nach Größe der vorhandenen Risiken bzw. des benötigten Versicherungsbedarfs, erfolgt eine Eigenversicherung komplett über die Captive. Das Tochterunternehmen übernimmt dann sämtliche Aufgaben eines Erstversicherers. In der Regel werden, auch bei Vorhandensein einer Captive, bestimmte Risiken trotzdem an andere Versicherer ausgelagert.

Da es sich bei Captives um ein reguläre Versicherungsunternehmen handelt, unterliegen diese, sofern der Firmensitz innerhalb der EU liegt, sämtlichen nationalen Versicherungsaufsichtsgesetzen sowie den Regelungen von Solvency II.

Gut zu wissen!

Auch wenn eine Captive nur für bestimmte Versicherte agiert und üblicherweise geringere Prämienvolumen haben, als normale Versicherer, gibt es keine Ausnahmen oder Vereinfachungen hinsichtlich der geltenden Regulatorien.

Gerade, wenn aufgrund hoher Schadenfrequenzen und -summen kein Versicherer gefunden wird, der das jeweilige Risiko versichert, kann über den hauseigenen Risikoträger agiert werden. Aufgrund der zu erfüllenden Auflagen für den Betrieb einer Captive, leisten sich solche Unternehmen nur einzelne, eher große Konzerne.